Irrtum#491: Eine Ritterrüstung macht einen total unbeweglich.
Aktualisiert am 21. Juli 2008 von AliJa und nein. Ja für Turnierrüstungen: Hier war der Schutz am w
ichtigsten; die Rüstungen waren wuchtig, schwer und ausser auf dem Rücken eines
Pferdes nirgendwo zu gebrauchen. Die Kriegsrüstung, die in der Schlacht getragen wurde, war leichter, vor allem aber beweglicher. Man hat es ausprobiert: Mit einer guten mittelalterlichen Kriegsrüstung ist es kein
Problem, zu springen, Leitern hoch- und runterzusteigen und langsam zu laufen. Hingegen versagten die Kriegsrüstungen kläglich beim Einradfahren mit Vier-Ball-Jonglieren, beim klassischen Ballett und beim Langstreckenschwimmen. Auch das Bild vom käferartig auf dem Rücken liegenden
Ritter in Rüstung, der nicht aufstehen kann, ist ausserhalb von Turnierplätzen nicht anzutreffen gewesen.
- Irrtum#36: Ritter tragen zu Turnieren andere Rüstungen als zum Kampf, und zu Repräsentationszwecken tragen sie wiederum andere Rüstungen als beim Training. Stimmt sogar.
- Irrtum#18: Ritter mussten mit Kränen in den Sattel gehoben werden. Völliger Schwachsinn.
- Irrtum#107: Ritter haben Angst vor Gewitter, denn eine Vollrüstung zieht Blitze an. Der wissenschaftliche Stand bezüglich Elekrizitätserforschung war recht unterschiedlich im Mittelalter, doch im allgemeinen sah man zwischen Metall und Elektrizität noch keinen Zusammenhang.

