Der Ritter ist der Kern der Kriegerzunft. Was dem Reiter gilt, gilt auch ihm, und was dem Schwertkämpfer gewidmet ist, ebenso.
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Irrtum#8: Zu einer Ritterrüstung gehören Schulterflügel.
Aktualisiert 21. Juli 2008
Diese soganannten “Ailettes” waren nur während der Kreuzzüge in Mode, aber spätestens ab 1300 scherte sich kein Schwein mehr um diese Modeerscheinung.
Irrtum#9: Unter der Rüstung eines Ritters befindet sich Samt und Seide und andere weiche Stoffe zum Polstern.
Aktualisiert 21. Juli 2008
Tja, das hätten die Ritter damals wohl gerne so gehabt, doch leider waren solche Stoffe immens teuer und scheuerten sofort durch. Darum trugen die reicheren Ritter unter der Rüstung Leinen und die weniger betuchten Ritter (aha, jetzt wissen wir, woher dieser Ausdruck kommt) keinen Stoff, sondern Gras (!). Wenn die Schlacht schlecht stand, konnte sich … [weiterlesen]
Irrtum#10: Unter den Armen haben Vollrüstungen eine schwache Stelle.
Aktualisiert 21. Juli 2008
Vollrüstungen heissen Vollrüstungen, weil sie eben keine solche Stelle haben. Ein
Ritter also, den es unter der Achsel juckte, hatte ein echtes
Problem.
Irrtum#15: Ein erfolgreicher Ritter hat auch eine glänzende, schöne Rüstung.
Aktualisiert 21. Juli 2008
Im Gegenteil: Rüstungen sind extrem teuer und wahnsinnig schwer herzustellen, darum war die Rüstung eines Ritters, der viele Schlachten geschlagen hatte, ein einziges Flickwerk. Auch wurden oft Rüstungsteile verschiedenster Stilarten zusammengewürfelt, wodurch ein erfahrener Ritter mit der Zeit etwa so aussah wie ein Haufen Sperrmüll. Die einzigen Rüstungen, die glänzend und edel waren, waren die, … [weiterlesen]
Irrtum#16: Rüstungen reicher Ritter sind geschmückt und graviert.
Aktualisiert 21. Juli 2008
Nun ja, so ganz falsch ist das eigentlich nicht. Einer Rüstung, die wirklich nicht nur als Prunkrüstung, sondern als Kampfrüstung konzipiert war, passierte es allerdings eher selten, dass sie geschmückt wurde. Zwar kam das durchaus vor, aber mal ehrlich: Es wäre so, als ob mal sein Auto extra neu lackieren würde, um damit durch die … [weiterlesen]
Irrtum#17: Der beste Schutz für den Hals ist eine Rüstung, deren Torsoteil direkt mit dem Helmteil verbunden ist.
Aktualisiert 21. Juli 2008
Stimmt. Aber man konnte mit solch einer Rüstung nicht den Kopf wenden. In der Schlacht wurde solch eine Rüstung nie benutzt. Diese Art von superschwerer Rüstung war ausschliesslich für Turniere gedacht, denn dort ging es natürlich primär darum, den Hals zu schützen, denn dorthin glitt die Lanze des Gegners oft, wenn er nicht richtig gezielt … [weiterlesen]
Irrtum#18: Ritter mussten mit Kränen in den Sattel gehoben werden.
Aktualisiert 21. Juli 2008
Völliger Schwachsinn. Selbst schwerste Rüstungen im 15. Jahrhundert wogen höchstens 30 Kilo; im Durchschnitt 23 Kilo. Die Legende von
Rittern, die mit speziellen Vorrichtungen in den Sattel gehievt werden mussten, ist ein Märchen. Selbst Seilkonstruktionen wurden nie verwendet.
Irrtum#20: Ritter machen sich nie lächerlich.
Aktualisiert 21. Juli 2008
Nun, es ist sehr oft vorgekommen, dass einem Ritter seine Rüstungsgelenke plötzlich sperrten und der
Ritter in interessanten Verrenkungen herumlief, weil z.B. seine
Schulter blockiert war. Sah ziemlich blöde aus. Total unritterlich. Echt lachhaft…
Irrtum#26: Ritter halten ihre Waffe fest.
Aktualisiert 21. Juli 2008
Jaja, mag ja sein, aber anscheinend kam es trotzdem häufig vor, dass
Ritter ihre Waffen verloren. Immerhin hat man im 14. Jahrhundert sogar Ketten an
Schwertern angebracht, die man mit den Rüstungen verband, um die Waffen nicht verlieren zu können.
Irrtum#28: Pferde von Rittern tragen auch eine Art Vollrüstung.
Aktualisiert 21. Juli 2008
Nun ja, mag sein, aber erst ab dem 15. Jahrhundert. Vorher kam so etwas nicht vor. Zwar gab es hier und da kleinere Rüstungsteile für Pferde, aber das war eher selten. Wirklich durchgesetzt hat sich die Vollrüstung für Pferde nicht; man hat meist lediglich Kopf und Nacken geschützt; ein Rossharnisch war immerhin 30 Kilo schwer, … [weiterlesen]