Wer dem Armbruster bei dessen schwacher Nachladegeschwindigkeit nur müde gähnend zusehen kann, sollte Bogenschütze werden. Die allerersten Irrtümer dieser Website widmen sich dieser Spezies.
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Irrtum#1: Bogenschützen müssen vor allem Geschicklichkeit und Konzentrationsvermögen haben.
Aktualisiert 21. Juli 2008
Vergiss es, ein Bogenschütze muss zunächst einmal noch tumberer Kraftbolzen sein als alle anderen Soldaten auch, denn die Haupteigenschaft, die ein Bogenschütze braucht, ist Kraft. Um einen normalen einfachen Bogen mit Flachs-Seiden-Sehne zu spannen, muss er eine Zugkraft von locker-flockigen 30 Kilo aufbringen, und von Zielen ist dabei noch nix erwähnt. Wer das Gleiche mit … [weiterlesen]
Irrtum#2: Ein Kompositbogen ist ein Bogen, den man in mehrere Teile zerlegen und gemütlich im Rucksack umherschleppen kann.
Aktualisiert 21. Juli 2008
Nö. Kompositbögen kann man nicht auseinandernehmen, zumindest nicht, wenn sie nicht im 20. Jahrhundert gefertigt worden sind. Kompositbögen bestehen meist aus einem grossen und kein bisschen auseinandernehmbaren Holzteil, einem dem Bogenschützen zugewandten Innenteil aus Horn und einem dem unglücklichen Menschen im Visir des Schützen zugewandten Teil aus Sehnen, die die Traktion in Schussrichtung erhöhen. Das … [weiterlesen]
Irrtum#3: Bogensehnen sind nicht teuer.
Aktualisiert 21. Juli 2008
Doch, sind sie. Immerhin bestehen sie meist aus einem mühevoll hergestellten Mischgewebe aus Flachs, Seide, Baumwolle, Tiersehnen und Hanf. Nicht billig, so was. Aber flexibel. Und was tut man nicht alles, um effizient zu töten?
Irrtum#4: Bogensehnen reissen schnell, Bögen brechen hingegen in der Regel nicht.
Aktualisiert 21. Juli 2008
Beides kann passieren, und beides hängt weniger von der Wahrscheinlichkeitsrechnung ab als von der Pflege des Bogens und der Sehne. Was schlechter gepflegt war, brach. Um einen gut gepflegten Bogen mit neuer Sehne zu überspannen, braucht man allerdings entweder sehr viel Kraft oder sehr wenig Intelligenz.
Irrtum#6: Man kann mit einem einfachen Bogen höchstens 50 Meter schiessen.
Aktualisiert 21. Juli 2008
Verfünffacht man diese Angabe, kommt man der Sache schon näher. Mit einem Kompositbogen schafft man sogar das Zehnfache. Und ein Langbogen bringt es sogar noch weiter. Übrigens konnte man mit einem Bogen auch werfen. Hier kann man auf gute 30 bei gutem Wind kommen. Man sollte dies aber nicht unbedingt tun.
Irrtum#7: Aus mehr als 40 Meter Entfernung trifft man eh nix.
Aktualisiert 21. Juli 2008
Ha, das wäre ja gelacht. Englische
Bogenschützen zu Zeiten Viktorias wurden erst in die Armee aufgenommen, wenn sie einen Menschen aus 100 Metern Entfernung ab
schiessen konnten. Natürlich hat man das an Strohpuppen probiert, nicht an Kameraden. Dazu muss man allerdings sagen, dass diese Leute wirklich verdammt gut waren. Die Strohpuppen auch.
Irrtum#21: Wenn der Feind so nah ist, dass ich ihn nicht mehr mit dem Bogen bekämpfen kann, ziehe ich halt mein Schwert.
Aktualisiert 21. Juli 2008
Es ist extrem selten, dass Bogenschützen mehr als einen Dolch bei sich hatten. Die englischen Bogenschützen allerdings, zeitweise das Rückgrat der ganzen Armee, waren oft mit Axt oder
Schwert, Faustschild oder ähnlichem bewaffnet und konnten sehr wohl auch kräftig zuprügeln. Lange Zeit aber galt:
Bogenschützen haben im Nahkampf nichts zu suchen, basta!
Irrtum#40: Mit einem Langbogen und einem Pferd hat man gute Chancen, eine Schlacht zu überleben.
Aktualisiert 21. Juli 2008
Es verwundert kaum, dass man mit einem Langbogen nur wirksam Schaden anrichten kann, wenn man Pfeile damit verschiesst. Dies aber ist bei der Länge eines Langbogens von bis zu 1,80 m fast unmöglich, wenn man auf einem Pferd durch die Gegend galoppiert. Zwar haben die englischen Bogenschützen in der Tat vom Pferd aus Langbögen benutzt, … [weiterlesen]