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“Gewidmet dem Medikus“

Der Medikus soll in dieser Rubrik alles umfassen, was man heutzutage unter innerer Medizin versteht, hat also wenig mit offenen Wunden zu tun. Verwandt ist hier der dem Heiler gewidmete Teil, dem Seuchenarzte ist eine eigene Rubrik gewidmet. Ach ja, natürlich hatte der Medikus-Job zeitweilig eine ganze Menge mit dem Alchimisten aus dem Mystik-Kapitel zu tun.

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Irrtum#78: Internisten, also Spezialisten für Innere Medizin, gibt es erst in der Moderne.
Aktualisiert 21. Juli 2008

Der Beruf des Internisten ist uralt. Geändert hat sich nur die Ausprägung, in der Innere Medizin betrieben wird, denn im Mittelalter Europas war der Internist wie eine Art Alchimist mit der Überzeugung, dass der Mensch zu je 25% aus Feuer, Wasser, Erde und Luft bestand und krank wurde, wenn das Gleichgewicht zwischen den vier Elementen … [weiterlesen]


Irrtum#79: Aderlasse wurden oft durchgeführt, weil man die Blutmenge dadurch verringern wollte.
Aktualisiert 21. Juli 2008

Halbrichtig. Vor allem wollte man das Element Luft, welches sich nach mittelalterlicher Sicht im Blut manifestierte, in einem Menschen verringern, denn ein Ungleichgewicht des Menschen in Richtung Luft verursachte Krankheiten, Schwitzen, Tobsucht, Konzentrationsschwäche und so weiter. Aderlasse wurden sehr häufig praktiziert und hatten nicht selten tödliche Folgen.


Irrtum#80: Aderlasse haben etwas mit Blutegeln zu tun.
Aktualisiert 21. Juli 2008

Nope. Das ist ganz etwas anderes, denn ein Aderlass wird mit einer grossen, meist unhygienischen und tierisch schmerzhaften Nadel und einer Schüssel zum Auffangen des Blutes gemacht, Egel hingegen sind ein Vergnügen ganz anderer Art und werden allgemein zur Entgiftung eingesetzt.


Irrtum#81: Ständiges Husten ist ein Zeichen von Unruhe.
Aktualisiert 21. Juli 2008

Stimmt eigentlich, doch hätte ein mittelalterlicher Medikus dem entschieden widersprochen. Im Auswurf nämlich manifestiert sich das ruhige, gelassene, ja faule Element der Alchimie, nämlich das Wasser. Wer also hustet, hat von diesem Element zu viel in sich.


Irrtum#82: Urin ist ein ganz besonderer Saft.
Aktualisiert 21. Juli 2008

Das ist eine neuzeitliche Modeerscheinung und sicherlich nicht schlecht für experimentierfreudige Öko-Hippies, und ob da etwas dran ist, ist dem Anonymen Christen ziemlich egal, weil er lieber zehn mal hintereinander Highlander 3 sehen würde, als auch nur einmal seine eigene… würg! Spuck!… Der Anonyme Christ hält diese Modeerscheinung eher für schwachsinnig und teilt diese Meinung … [weiterlesen]


Irrtum#83: Blut schäumt nicht.
Aktualisiert 21. Juli 2008

Nun, nach neueren Erkenntnissen schäumt Blut nur, wenn man sich in zu kurzer Zeit zu grossen Druckschwankungen aussetzt (sogenannte Taucherkrankheit). Dies ist gemeinhin tödlich und somit sehr unangenehm. Im Mittelalter allerdings hielt man den Schaum des Blutes für den Sitz des alchemistischen Elements Erde, des Elements der Melancholie. Dieses lement wurde auch gerne “schwerze Galle[weiterlesen]


Irrtum#84: “Mein Herz ist voll der Freude.”
Aktualisiert 21. Juli 2008

Äh, falsch. Es wüsste eigentlich heissen “Meine Leber ist voll der Freude”, denn dies ist nach mittelalterlichen Erkenntnissen der Sitz der Gefühle. Es gibt nur eine Ausnahme, nämlich die Liebe: diese sitzt im Herzen. Seuftz.


Irrtum#85: “Er hat ein mutiges Herz.”
Aktualisiert 21. Juli 2008

Hat er nicht. Wenn, dann hat er einen mutigen Magen, denn genau dort ist – so glaubt man im Mittelalter – der Sitz des Mutes. Das könnte erklären, warum sich der Magen des Anonymen Christen nach zwei oder drei Runden härterer Achterbahnfahrt so seltsam anfühlt.


Irrtum#86: “Mir geht die Galle hoch vor Ärger.”
Aktualisiert 21. Juli 2008

Äh, leicht verfehlt. Nicht die Galle müsste einem mittelalterlichen Menschen nach Ansicht der Mediki hochgehen vor Wut, sondern die Milz. Dort nämlich entwickelt man Aggression nach den Erkenntnissen des Mittelalters.


Irrtum#88: Manches Gemüse kann man auch ungekocht essen.
Aktualisiert 21. Juli 2008

Gott bewahre! Im Mittelalter galt es als äusserst gefährlich, rohes Gemüse zu essen, z. B. rohe Paprika oder rohe Erbsen. Es bildete sich nach Auffassung der mittelalterlichen Mediki dabei ein Übergewicht des alchemistischen Elements Wind, was sehr gefährlich war. Heutzutage frisst man einfach Erbsen und Bohnen, steht auf und lässt einen fahren.


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