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Irrtum#434: Es ist verboten, Wein zu panschen.

Aktualisiert am 21. Juli 2008 von Ali

In Deutschland, ja, aber auch noch nicht so lange. Einer der Hauptgründe dafür, dass deutsche Weine keine echten Chancen gegenüber französischen Weinen haben, ist, dass man Weine in Deutschland nicht mischen darf. Vor allem im Hochmittelalter kam man jedoch als Winzer gar nicht ohne Panscherei aus, denn der Beginn der Weinlese bestimmte sich nicht nach Vernunft, sondern nach Verordnung. Verordnete nun seine Erlauchtiglichkeit Herrschaft von Soundso, mit der Weinlese erst im November zu beginnen, kam man in zeitliche Bedrängung und versuchte, den Gärungsprozess künstlich von 6-12 Wochen auf einige Tage zu verkürzen. Man setzte also Hefe in Mengen hinzu, desweiteren wärmte man den Wein extra. Auch magische Rituale sollen geholfen haben; und welche Stoffe man zu solchen Ritualen in den Wein tat, will der Anonyme Christ gar nicht wissen. Pilze und Bakterien befielen den Wein jedenfalls oft, daher setzte man - neben noch mehr Magie - Wachs hinzu. Der aufmerksame Leser wird bemerken, dass Wachs nicht gut verdaulich ist. Richtig bemerkt, doch gab es noch weit unverdaulichere und giftigere Dinge, die man in Wein tat: Quecksilber (!), Salpeter (!) und Vitriol (!). Mehl und Speck waren da noch harmlose Zutaten. Um den Wein zu klären, also die Trübung herauszunehmen, versuchte man, die Hefe mit Milch, Eiweiss (noch heute!), Weinstein, Ton oder Lehm zu binden, und auch hiervon dürften so manche Bestandteile noch im fertigen Wein gewesen sein. ———————
Kommentar von Heretic 38: Quecksilber, Vitriol und Salpeter sind hochwirksame Medikamente! Das ist also nicht nur Wein, das ist Medizin!! Antwort des Anonymen Christen: Der Unterschied zwischen Heilmittel und Gift liegt in der Dosis. Das unkontrollierte Hinzugeben dieser Stoffe ist aber nicht das, was der Anonyme Christ eine dosierte Medikamentengabe nennt.

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