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“Gewidmet dem Henker“

Das Handwerk des Henkers würde sicherlich heutzutage in der Handwerkskammer keine Aufnahme finden, war aber nichtsdestotrotz ein Beruf fast wie jeder andere. Die Zuliefererindustrie des Henkers befindet sich beim Folterknecht, und natürlich bei dem Richter aus der Berufe-Rubrik.

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Irrtum#176: Tote stöhnen nicht.
Aktualisiert 21. Juli 2008

Tun sie doch, allerdings nur, wenn sie erhenkt worden sind. Das Phänomen erklärt sich dadurch, dass das Herumhängen in einer etwas unnatürlichen Halsstellung geschieht. Kommt dann bei Abschneiden bzw. Abknüpfen der Hals wieder zur Streckung, so entweicht die Luft aus der Speiseröhre und Luftröhre, was zu einer Art Rülpser oder Stöhnen führt. Daraus folgern zwei … [weiterlesen]


Irrtum#177: Tote tanzen nicht.
Aktualisiert 21. Juli 2008

Der gebildete Henker kennt zwei Arten des Erhenkens von Delinquenten: Die knackige und die fröhliche. Die knackige Methode führt zu einem plötzlichen Tod durch Genickbruch. Dabei ist es ratsam, den Galgenknoten seitlich oder vor den Kopf des Übeltäters zu legen und am besten noch etwas Platz zum Fallen zu lassen. Dieser knackig-fetzige Tod ist die … [weiterlesen]


Irrtum#213: Um Verbrecher zu verbrennen, baut man Scheiterhaufen, aber extra dafür erbaute Stätten gibt es nicht.
Aktualisiert 21. Juli 2008

Und wieder einmal haben wir die Kreativität des auserwählten Volkes Israel im alten Testament unterschätzt. Dieses nämlich hatte einen eigens dafür gebauten, 50 Ellen hohen Turm, welcher innen mit glühend heisser Asche gefüllt war. Dort hinein stürzte man Verbrecher wie den bösen Menelaus, beschrieben in 2. Makkabäer 13, 5. Tja, im alten Israel war schon … [weiterlesen]


Irrtum#331: Die Guilliotine erfanden die Franzosen.
Aktualisiert 21. Juli 2008

Zwar ist das Teil nach einem französischen Arzt benannt und erlebte auch die Höhepunkte ihrer Nutzung während der französischen Revolution und den Jahren danach, aber der Arzt erfand die Guilliotine nicht, sondern erinnerte sozusagen lediglich an sie. Bereits die alten Perser kannten dieses Fallbeil und benutzten es ebenfalls recht gern.


Irrtum#332: Die Guilliotine entstand aus Sadismus heraus.
Aktualisiert 21. Juli 2008

Das Gegenteil ist der Fall: Das Fallbeil entstand wahrscheinlich aus der Überlegung heraus, dass das Köpfen eines Menschen mit dem Schwert oder der Axt gar nicht so einfach ist. Oft mussten Henker mehrere Male zuschlagen, bis der arme Verurteilte endlich tot war, oft traf er die falsche Stelle, zerfetzte und zertrümmerte die Halswirbel oder die … [weiterlesen]


Irrtum#399: Der Schierlingsbecher ist ein Artefakt oder ein leckeres Getränk oder so.
Aktualisiert 21. Juli 2008

Tja, trinken kann man aus dem Schierlingsbecher schon. Dümmlicherweise steht das Ding nicht umsonst unter den Rubrik Henker, denn der Schierlingsbecher enthält tödliches Gift für diejenigen, die ein mildes Todesurteil verpasst bekommen haben (Sokrates starb zum Beispiel durch einen Schierlingsbecher, übrigens wegen “Verführtung der Jugend”). Nicht immer war das Gift des gemeinen Schierlings, dessen Wirkungsweise … [weiterlesen]


Irrtum#532: Henker ist ein Beruf, für den man sich bewerben kann.
Aktualisiert 21. Juli 2008

Nope. Der Henkersberuf ist erblich, zumindest im Mittelalter. Dies war für viele Berufe üblich, jedoch für den Henkersberuf insbesondere. Dadurch liessen sich natürlich theoretisch tolle Werbeslogans erdenken: “Familie Horr - seit Generationen Henker ihres Vertrauens.” oder analog einer berühmten Bonbon-Werbung aus dem Fernsehen: “Henkers Echte -Ich weiss noch genau, wie mir damals mein Grossvater das … [weiterlesen]


Irrtum#544: Henker sind ehrenwerte Leute.
Aktualisiert 21. Juli 2008

Der soziale Status des Henkers war schon immer der einer Pestratte: Schon die ollen Römer konnten nur Sklaven und Legionäre dazu zwingen, diesen Beruf auszuüben, zumal auch das Foltern und das Beerdigen von Tieren oft zum Henkersberuf dazugehörte. Der Henkersberuf war erblich, und eine Frau, die in diesen Bodensatz der Gesellschaft einheiratete, hatte nix zu … [weiterlesen]


Irrtum#545: Im Mittelalter gab es keine Zuhälter.
Aktualisiert 21. Juli 2008

Mnjein. Einen, der Strassenzüge als sein Revier verkündete und Anteile am Erlös des horizontalen Gewerbes verlangte, gab es weniger, jedoch wussten die Stadtväter der freien Städte schon damals, dass man eine gewisse Aufsicht über die zwielichtigen Teile der Damenwelt führen musste, um den Wildwuchs von Sittenlosigkeit und Sysphilis im Rahmen zu halten. Kein Job für … [weiterlesen]


Irrtum#546: Fallbeile, Galgen und Richtblöcke bringen Unglück.
Aktualisiert 21. Juli 2008

Äh… ja. Definitiv ja. Allerdings nur dem Delinquenten, dessen unglücklicher Hals Ziel des Henkers ist. Den anderen Leuten brachte eine Hinrichtung im Mittelalter eher Glück, und zwar derart viel Glück, dass Henker sogar mit Körperteilen und Folterinstrument-Teilen handelten. Nun wird sich der gehenkte… äh, geneigte Leser fragen, was der Anonyme Christ damit meint. Also gut: … [weiterlesen]


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