Irrtum#487: Ohne moderne Kommunikationstechnologie ist Heeresspionage kaum denkbar.
Aktualisiert am 21. Juli 2008 von AliUnd ob! So mancher Fürst gab für das Nachrichtenwesen bis zu einem Drittel seiner Heereskosten aus. Spione und Verräter waren gefragte Leute, denn auch im Mittelalter war man nur selten dumm oder verzweifelt genug, sich mit einem Gegner einzulassen, dessen Stärke man nicht kannte. Also entsandte man Spione. Moderne Kommunikationstechnik war da nicht nötig, man vereinbarte Zeichen oder verpflichtete den Spion, in einem bestimmten Turnus an einen bestimmten Ort zu gehen und dort eine gewisse Zeit lang zu warten, um bei Bedarf Aufträge zu erhalten, Informationen weiterzugeben oder den Judaslohn zu kassieren. Wer denunziert, dem nichts passiert. Überhaupt muss man sich das Leben der vielen kleinen Fürsten im Feudalsystem als ein Dasein im Geflecht von Intrigen vorstellen, denn Wissen war Macht. Und Macht kann man ja nie genug haben. Übrigens waren solche
Spione auch als Ortskundige sehr gefragt, wenn es darum ging, das Heer möglichst schnell und verlustfrei zur Schlacht zu führen. Und wenn man in eine Falle geführt wurde? Tja, der Gegner hat auch so seine Schmiergelder…
- Irrtum#215: Spione gibt es erst seit dem späten Mittelalter. Spione gab es schon in der Bibel im alten Testament.
- Irrtum#482: Will ein Feldherr eine Stadt erobern, in der Leute seines Volkes wohnen, haben diese halt Pech. Das kommt darauf an.

