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“Gewidmet dem Schreiber“

Schreiben ist eine Kunst, die in Deutschland lange Zeit fast jeder beherrschte. Die neue Rechtschreibreform hat uns allerdings hier und da ein Stückchen zurückgeworfen. Schreiber damals und Schreiber heute schrieben natürlich in unterschiedlichen Schriften und nach völlig unterschiedlichen Rechtschreiberegeln. Zugegebenermassen ist es völlig o.k., alle 100 Jahre mal eine Rechtschreibreform zu erlassen. Bei der letzten allerdings fehlte es an Konzept und Intelligenz (oder heisst es jetzt Intiligens?). Schade eigentlich; man hätte vieles besser machen können. Oft übrigens waren Mönche Schreiber. Klar, was blieb dem Mönche (aus der Rubrik Glauben, klar, oder?) auch anderes übrig als Schreiben, wird man nun meinen. Übrigens ist auch dies ein Irrtum, aber dazu ein andermal…

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Irrtum#114: Frauen konnten im Mittelalter nicht schreiben.
Aktualisiert 21. Juli 2008

Nun ja, einige Frauen konnten. Und taten’s auch, allerdings oft im Namen ihrer Männer oder gar als “Das Weib von dem und dem”, sprich, auf den Buchrücken stand glatt als Autorin “Weib des Güdefrosch des Verpfiffenen” oder so. Sachbücher über Frauenthemen wie Geburten und Monatsbeschwerden wurden fast nur von Frauen geschrieben, wobei das nicht besonders … [weiterlesen]


Irrtum#243: Man schrieb auf Papyrus, bis das Papier erfunden wurde.
Aktualisiert 21. Juli 2008

Nicht ganz. Man muss unterscheiden zwischen Papyrus (schon 3000 v. Chr. in Ägypten aus der Papyrusstaude, einem Riedgras, zusammengerollt) und dem Pergament (1400 v. Chr. aus Tierhäuten hergestellt), welches das Papyrus immer mehr ablöste. Erst danach kam (etwa 100 n. Chr.) das Papier, hergestellt zunächst aus Lumpen und Pflanzenteilen.


Irrtum#264: Kriegsleute schreiben Kriegsberichte und Schriften über Schlachten und Strategien.
Aktualisiert 21. Juli 2008

So’n Quark. Heutzutage schreiben doch auch nur diejenigen Steuergesetze, die keine Steuern zahlen. Und so war es auch im Mittelalter: Nicht Ritter oder Soldaten, alle meist des Schreibens nicht mächtig, schrieben über Strategien, sondern - man lese und staune und bepisse sich vor Lachen - Mönche! Klar, dass Mönche keine Ahnung vom Krieg hatten, schon … [weiterlesen]


Irrtum#371: Hat man in freier Natur keine Tinte oder keinen Füller, ist man halt aufgeschmissen, wenn man schreiben will.
Aktualisiert 21. Juli 2008

Nicht verzweifeln, die Schreiber des alten Ägyptens wären arbeitslos geworden, wären sie verzweifelt. Also: Man entzünde ein feines Feuerchen mit einigen Steinen dabei, grille darauf ein Kaninchen und konsumiere es. Guten Appetit. Sodann sammle man den Russ von den Steinen, mische ihn vorsichtig mit geringen Mengen Wasser und fülle es in ein Schilfrohr oder zur … [weiterlesen]


Irrtum#489: Wer etwas über Heeresgrössen wissen will, sollte zeitgenössische Literatur lesen.
Aktualisiert 21. Juli 2008

Lieber nicht, es sei denn, es handelt sich um echte Heereszählungen. Die teils recht übertriebenen Berichte von Schlachten und Heeresgrössen sind alles andere als eine verlässliche Quelle: Beschrieb man das burgundische Heer zwischen 1405 und 1407 als mal 16.000, mal 60.000 Mann stark, so ergaben die verlässlichen Zählungen zwischen 2.600 und 10.500 Soldaten. Es ist … [weiterlesen]


Irrtum#573: Die Schrift der Inka bestand aus Knoten in Schnüren.
Aktualisiert 21. Juli 2008

Hm. Also gut, verschiedene Kordeln mit verschiedenen Farben hatten die Inka schon, und wenn fünf Säcke Mais und drei Säcke Wolle im Lager stehen, so macht das halt fünf Knoten in der blauen Kordel und drei Knoten in der grünen. Und weiter? Weiter nix. O.k., mit Kordeln kann man sehr wohl Buchstaben darstellen, doch selbst … [weiterlesen]


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