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“Gewidmet dem Trunkenbolde“

Was trank man eigentlich früher? Und was nicht? Während dem Fettsack das Essen gewidmet ist, gehört dem Trunkenbold das Getränk, allerdings sowohl das Alkoholische wie auch das profan-langweilige.

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Irrtum#70: Trockener Wein schmeckte auch schon im Mittelalter.
Aktualisiert 21. Juli 2008

Nicht unbedingt. Der Wein des Mittelalters war schwer und sehr süss. Trockene Weine waren nicht nur die Ausnahme, sondern auch ausser Mode.


Irrtum#71: Harte Burschen trinken Wein pur.
Aktualisiert 21. Juli 2008

Heute ja, kein Problem. Aber die Weine des Mittelalters waren normalerweise so schwer und süss, dass selbst harte Burschen sie mit Wasser verdünnten. Das hatte damals nichts mit Warmduschern zu tun, sondern war üblich.


Irrtum#72: Wein würzt man nicht.
Aktualisiert 21. Juli 2008

Heute nicht, mag sein. Aber im Mittelalter würzte man Weine gerne mit Ingwer, Zimt und anderen schönen Dingen. Frostschutzmittel wurde dem Wein damals nicht zugefügt.


Irrtum#73: Bier würzt man nicht.
Aktualisiert 21. Juli 2008

Von wegen! Die mittelalterlichen Trunkenbolde schmissen in ihr Bier so ziemlich alles hinein, was sich auflösen konnte oder schwamm: Rosmarin, Pfeffer, Zimt… Das Mittelalter muss echt zum Kotzen gewesen sein.


Irrtum#94: Will man etwas Nichtalkoholisches trinken, so nimmt man am besten Tee, das schont den Magen.
Aktualisiert 21. Juli 2008

Mag sein, nur: Im Mittelalter war Tee extrem selten und lediglich als Medizin in Gebrauch, selbst in England. Damit wird klar, dass das Comic “Asterix bei den Briten” in diesem Punkt irrt: Briten kannten damals noch keine Teetime. Dies änderte sich allerdings rasant ab 1700, wo Tee absolut gebräuchlich wurde.


Irrtum#95: Frühstück und Kaffee gehören zusammen.
Aktualisiert 21. Juli 2008

Kaffee hielt in Europa recht spät Einzug und wurde zunächst als Medizin benutzt. Erst sehr spät wurde er zu einem Grundnahrungsmittel. Ich frage mich, ob Aspirin eine ähnliche Karriere vor sich hat.


Irrtum#407: Kaffeetrinken ist nicht zwangsläufig tödlich.
Aktualisiert 21. Juli 2008

Äh, klar. Es sei denn, man lebte Mitte des 17. Jahrhunderts in der Türkei, da war das Kaffeetrinken bei Todesstrafe verboten. War irgendso eine Laune von einem seltsamen Kalifen, nach seinem Tod wurde das alles wieder aufgehoben. Das Ganze glaubt dem Anonymen Christen jetzt wahrscheinlich wieder kein Schwein, ist aber dennoch so.


Irrtum#410: Der Genuss von viel Alkohol ist für jeden gleich übel.
Aktualisiert 21. Juli 2008

Nun ja, dass es da Unterschiede zwischen übergewichtigen und weniger übergewichtigen Leuten gibt, zwischen Vieltrinkern und Asketen, zwischen Alkohol auf Schweinehaxe und Alkohol nach Heilfasten, ist klar. Was aber kaum einer weiss, ist, dass Japanern ein Hauptstoff zum Abbau von Alkohol fehlt und ihnen deshalb schon bei geringen Mengen von Alkohol viel schneller schlecht wird … [weiterlesen]


Irrtum#411: Gegen Kater machse nix.
Aktualisiert 21. Juli 2008

Alle metschüttenden Barbaren, süchtigen Magier und katholischen Priester aufgepasst! Es gibt ein wissenschaftlich nachvollziehbares Mittel gegen Kater: Alkohol. Kein Scherz. Folgender Vorgang steckt dahinter: Alkohol wird vom Körper recht schnell abgebaut. Ist dies geschehen, knöpfen sich die entsprechenden Enzyme als nächstes das Methanol vor, den schlechten Alkohol sozusagen, der vor allem in Billigprodukten rumschwimmt. Dieser … [weiterlesen]


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