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“Gewidmet dem Volke“

Unter diese Rubrik fällt im Groben alles, was unter die anderen Rubriken nicht passt. Wer einen Rollenspiel-Charakter hat, der neben seinem normalen Beruf und seiner Religionszugehörigkeit einer oder mehrerer der genannten Bevölkerungsgruppen angehört, mag hier nützliche Sachen finden, denn hier finden sich viele kleine Gruppen mit jeweils nur ein paar Irrtümern wieder. Auch dem Gamemaster sei diese Rubrik ans Herz gelegt. Gewidmet ist sie im Einzelnen dem Ehrenmanne, dem Fettsack, dem Stadtbewohner und dem Trunkenbolde.

dem Ehrenmanne (7)
dem Fettsack (17)
dem Stadtbewohner (6)
dem Trunkenbolde (9)


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Irrtum#37: Eine Fehde eröffnet man, indem man seinem Gegner eine Ohrfeige mit dem Kriegshandschuh gibt.
Aktualisiert 21. Juli 2008

Autsch! Ein Kriegshandschuh ist aus Eisen oder Bronze, und wenn man einem Gegner zur Fehde einen Kriegshandschuh in die Visage prügelt, kann man den Rest der Fehde getrost vergessen, weil der Feind im Koma liegt. Dazu gab es Stoffhandschuhe, die waren weich und schonten den Teint.


Irrtum#75: Duelle führt man Mann gegen Mann aus.
Aktualisiert 21. Juli 2008

In England war das Usus, aber die Franzosen trafen sich oft gleich in Gruppen, um aufeinander loszugehen. Leider überlebten dann oft mehrere von jeder Gruppe und hatten natürlich dann klugerweise nichts anderes im Sinn, als die nicht Überlebenden der eigenen Gruppe an den Überlebenden der anderen Gruppe zu rächen. Dafür holte man sich natürlich weitere … [weiterlesen]


Irrtum#76: Edelleute duellieren sich, weil es unter Edelleuten so Gesetz ist, dass jemand, der beleidigt wurde, Satisfaktion verlangen darf.
Aktualisiert 21. Juli 2008

Darf er eben nicht, zumindest nicht immer. Duellieren war und ist fast überall gegen das Gesetz, es sei denn, es herrschte Kriegsrecht. Also ging man weit weg und duellierte sich halt da. Wer beim Duell starb, starb ehrenvoll, aber illegal. Bis es zu solchen Regelungen kam, dauerte es allerdings eine Zeit lang, und so hatte … [weiterlesen]


Irrtum#77: Wenn zwei sich duellieren, schiesst einer von den beiden den anderen tot.
Aktualisiert 21. Juli 2008

Selten. Wer schoss, war oft ein im Gebüsch liegender Helfer, ein gedungener Mörder oder gar der Sekundant eines Duellisten. Man vermutet sogar, dass ein Grossteil der Duellisten auf diese Weise starb. “Ehrenmann” hatte also mit “Ehre” damals genauso wenig zu tun wie heute.


Irrtum#105: Wenn zwei Leute sich allein auf weitem Felde mit Pistolen duellieren, überlebt der, der schneller schiesst.
Aktualisiert 21. Juli 2008

Heute vielleicht. Zu den Höhepunkten der Duellisten-Mode aber waren die Pistolen derart schlecht justiert, dass man sich locker eine halbe Stunde lang beschiessen konnte, ohne dabei zu nennenswerten Ergebnissen zu kommen. Zeit genug also, nochmal miteinander zu reden. Übrigens hat man daher meist gelost, wer zuerst schiessen durfte, und tendentiell stieg während der Diskussion das … [weiterlesen]


Irrtum#174: Die Bezeichnung “Musketiere” hat irgendwas mit Muskeln oder Tieren zu tun oder so.
Aktualisiert 21. Juli 2008

Musketier ist französich und heisst nichts anderes als jemand, der eine Muskete, ein einfaches Gewehr also, bedient. Dabei war der in Mantel- und Degenfilmen so gerne gezückte Säbel der Musketiere eher ein zweitrangiges Instrument für den Nahkampf, denn immerhin bestand schon im 17. Jahrhundert nach Christus etwa 2/3tel einer ernstzunehmenden Infanterie aus Schusswaffenbedienern. Übrigens spricht … [weiterlesen]


Irrtum#265: Eine Fehde kennt keine Regeln und wird nur von Adeligen betrieben.
Aktualisiert 21. Juli 2008

Jeder freie Mann durfte ab 1300 bis nach 1500 jedem anderen die Fehde erklären. So mancher erklärte sogar einer Stadt die Fehde, was meist zum Lachen war, in einigen Fällen, in denen mächtige Leute mit einer grossen Gefolgschaft eine Fehde ausriefen, aber weniger lustig. Die Stadt Worms hatte deshalb einmal ein erstes Problem, denn für … [weiterlesen]


Irrtum#87: Orientalische Süssigkeiten sind süsser als europäische Süssigkeiten.
Aktualisiert 21. Juli 2008

Vor 300 Jahren stimmte dies noch nicht, denn da waren die Süssigkeiten Europas ebenso süss wie die des Orients. Diabetiker hatten es damals wirklich schwer…


Irrtum#88: Manches Gemüse kann man auch ungekocht essen.
Aktualisiert 21. Juli 2008

Gott bewahre! Im Mittelalter galt es als äusserst gefährlich, rohes Gemüse zu essen, z. B. rohe Paprika oder rohe Erbsen. Es bildete sich nach Auffassung der mittelalterlichen Mediki dabei ein Übergewicht des alchemistischen Elements Wind, was sehr gefährlich war. Heutzutage frisst man einfach Erbsen und Bohnen, steht auf und lässt einen fahren.


Irrtum#89: Früchte gehören nicht zu Fleischmahlzeiten.
Aktualisiert 21. Juli 2008

Im Mittelalter war man da anderer Auffassung. In der Tat waren sogar sehr viele Fleischgerichte eher süsslich, weil sie mit Früchten zusammen gekocht oder gebraten wurden. Schmeckt übrigens gar nicht so schlecht, nicht umsonst sind Preiselbeeren zu Wild bis heute beliebt, und auch die afrikanische Küche kombiniert immer wieder Fleisch und Früchte.


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