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Anmelden • Aus den Irrtümern » der Schlacht » dem Belagerer »
“Gewidmet dem Belagerer“
Wer an Schlachten denkt, denkt an das freie Feld. Das ist insofern falsch, als der Belagerung eine grössere Bedeutung zukam als der offenen Schlacht. Eine Extra-Widmung gilt dem Gegner des Belagerers, dem Burgherrn , und natürlich dem Feldherrn. Wer etwas über den Belagerer liesst, jedoch das dem Artilleristen gewidmete Kapitel ausser Acht lässt, wird allerdings nur die Hälfte verstehen. Natürlich steht es einem Belagerer frei, jede Stadt zu belagern, die er will, vorausgesetzt er hat die besten waffentechnischen Argumente. Daher sei hier auch hingewiesen auf die Rubrik Volk, in der dem Stadtbewohner ein Register gewidmet ist.
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Irrtum#31: Jemanden zu belagern heisst, sich hinzusetzen und zu warten. Aktualisiert 21. Juli 2008
Nun ja, das würde ja auf die Dauer langweilig. Erlaubte die Situation es, war es schon immer viel beliebter, ein bisschen umherzuspazieren, Vorräte zu sammeln und das Land in Schutt und Asche zu legen. Dadurch zwang man den Belagerten, herauszukommen, bevor sein ganzes Land kaputt war. Überhaupt versuchte man natürlich ungeduldig mit Scheinangriffen, richtigen Angriffen, … [weiterlesen]
Irrtum#229: Die Sinnlosigkeit von Belagerungstürmen liegt darin, dass sie so schnell brennen und schon ein einzelner Feuerpfeil ein echtes Problem darstellen kann. Aktualisiert 21. Juli 2008
Feuer war zwar ein Problem, aber nur ein kleines. Man kleisterte die hölzernen Belagerungstürme nämlich regelmässig mit nassen Fellen voll (zumindest von der Vorderseite), und so brauchte es schon einige Mühe, einen solchen Turm zum Brennen zu bringen. Belagerungstürme werden in ihrer Gefährlichkeit heute immer wieder unterschätzt. Nun ja, zugegebenermassen wäre es heutzutage schwierig, das … [weiterlesen]
Irrtum#231: Wer versucht, eine Burgmauer durch eine Sturmleiter zu überwinden, läuft Gefahr, dass seine Leiter von der Mauer weg oder zur Seite gekippt wird. Aktualisiert 21. Juli 2008
Nun, es mag durchaus sein, dass der Erste, der eine solche Leiter bestieg, nach hinten gestossen wurde. Man brachte also Stützen an und setzte die Leiter ausserdem so schräg wie möglich an. Na gut, vielleicht wurde der zweite Mensch, der eine solche Leiter bestieg, dann zur Seite weggestossen, aber auch hier fand man eine Stützlösung. … [weiterlesen]
Irrtum#232: Gegen einen Burggraben hilft nicht viel. Aktualisiert 21. Juli 2008
Doch, und zwar vor allem viel Dreck. Den schüttete man nämlich in den Burggraben, bis eben stellenweise kein solcher mehr da war. Das eigentliche Problem war aber, dass dieses Aufschütten Zeit und Leute kostete und ziemlich nah an der Burgmauer passierte, was die Burginsassen in der Regel für eine gute Gelegenheit befanden, den Feind schon … [weiterlesen]
Irrtum#235: Rammböcke werden meist von einigen todesmutigen Blödmännern dadurch eingesetzt, dass man mit ihnen einfach gegen die Befestigungsanlage rennt. Aktualisiert 21. Juli 2008
Das wäre etwas anstrengend gewesen. Da hätte die Gewerkschaft bestimmt protestiert. Darum konstruierte man sehr schnell Gestelle, an denen man die Rammböcke an Ketten aufhängte und dann nur noch kräftig vor- und zurückschwang. Diese Konstruktionen hatten noch den Vorteil, dass sie meist ein Dach hatten (eine sogenannte Schildkröte), was vor vielen Dingen schützte, die die … [weiterlesen]
Irrtum#236: Rammböcke setzt man vor allem gegen Burgtore ein, nicht gegen Mauern. Aktualisiert 21. Juli 2008
Was ein r ichtiger Rammbock ist, kann es auch mit einer Mauer aufnehmen, und genau dies war auch gängige Praxis im Mittelalter. Typisch Männer: Immer mit dem Kopf durch die Wand…
Irrtum#240: Eine Burgmauer ist viel leichter zu überwinden als zu unterwinden. Aktualisiert 21. Juli 2008
Nö. Wenn man einem Burgbesitzer mit Rammböcken, Sturmleitern oder Katapulten ankommt, wird man ihn nicht soooo nervös machen. Kommt man ihm aber mit Minieren, wird sein Lächeln wahrscheinlich aus dem Gesicht weichen, denn das Unterminieren war das bei Weitem Gefährlichste, was einer Burg je passieren konnte. Minieren bedeutet, ein kleines Stück unter der Mauer herzugraben … [weiterlesen]
Irrtum#258: Ist die Stadtmauer erst einmal überwunden, kommt der einfache Teil für den Belagerer. Aktualisiert 21. Juli 2008
Sollte man meinen. Stimmt aber nicht, denn nun kam in der Regel das grösste Problem des Belagernden zur vollen Blüte, nämlich das Plündern. Die mangelnde Disziplin der mittelalterlichen Soldaten führte nach Bruch der Mauer regelmässig zu totalem Chaos, da nicht nur die Eindringlinge nun statt eines Kampfes die Plünderung vorzogen, sondern die Stadtbewohner nun lieber … [weiterlesen]
Irrtum#266: Plündern und Vergewaltigen nennt man in einem Atemzug, weil es auch zusammengehört. Aktualisiert 21. Juli 2008
Zürst die gute Nachricht für die Damen: Eroberer waren in der Regel immer derart mit Plündern beschäftigt, dass sie zu Vergewaltigungen gar keine Zeit hatten. Ehrlich: Man versuchte als Soldat (besonders als Söldner), alles mitzunehmen, was man bekommen konnte, und zwar bevor andere es bekamen. Da hatte man in der Tat keine Zeit zu solchen … [weiterlesen]
Irrtum#274: Heutzutage kann man mit einer Bohrmaschine einfach in eine Mauer hineinbohren, aber im Mittelalter wohl kaum. Aktualisiert 21. Juli 2008
Bohrmaschinen gab es schon im 16. Jahrhundert. Es waren riesige, spitze Metallpflöcke, mit denen man bestimmte Steinzwischenräume so traktierte, das irgendwann ein Loch und später eine grössere Bresche drin war, die dann mit dem Rammbock weiterbearbeitet werden konnte. Tja, Praktiker gab es schon immer.
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