Kämpfen ist eine Lieblingsbeschäftigung von Rollenspiel-Charakteren. Aber wie? Mit welchen Waffen? Mit welchen Folgen? All dies sind Fragen, die einen Rollenspiel-Charakter nicht interessieren, denn seine Welt ist nun einmal die Rollenspiel-Welt und nicht die Realität. Wer aber wissen will, welche Realität dahinter steckt, findet hier so Manches. Daher ist dieses Kapitel denen gewidmet, die kämpfen: dem Armbruster, dem Barbaren, dem Bogenschützen , dem Krieger, dem Reiter , dem Ritter, dem Schützen und dem Schwertkämpfer.
Irrtum#56: Ein Arbalest ist eine ganz besondere Art der Armbrust.
Aktualisiert 21. Juli 2008
Man hat einmal eine Art Armbrust zum Kugeln
schiessen entwickelt, die nur Arbalest und nicht Armbrust genannt wurde. Diese Erscheinung verschwand aber schnell wieder. Der Ausdruck Arbalest aber blieb und wurde zum Synonym für
Armbrust. Die Engländer nennen das Teil übrigens Crossbow und die Chinesen Almblust.
Irrtum#57: Ein Bogenschütze ist doch zehnmal schneller als ein Armbrustschütze.
Aktualisiert 21. Juli 2008
Nein,
Armbrustschützen sind wahnsinnig schnell… Nun, äh (räusper)… gut fünfmal langsamer als
Bogenschützen sind sie immer noch, mag sein (hüstel)…
Irrtum#59: Armbrüste sind wahnsinnig kompliziert.
Aktualisiert 21. Juli 2008
Im Grunde sind Armbrüste etwa acht Kilo schwere Bögen, bei denen die die Sehne haltende Hand des Schützen ersetzt wird durch eine Halteautomatik. Löst man diese Halteautomatik nun, geht der Bolzen los, so wie der Pfeil losgeht, wenn der Schütze halt die Sehne loslässt. Dies ist übrigens auch der Hauptvorteil der Armbrust: Man kann die … [weiterlesen]
Irrtum#60: Armbrüste benutzt man mit Armbrustpfeilen.
Aktualisiert 21. Juli 2008
Hark! Bolzen heissen die Dinger, Bolzen!
Irrtum#69: Die Armbrust ist eine Erfindung des Spätmittelalters.
Aktualisiert 21. Juli 2008
Knapp verschätzt. Erste Aufzeichnungen über Armbrüste gibt es schon um 300 v. Chr. in China, und ab 350 n.Chr. benuzten auch die Römer Armbrüste, aber so richtig heimisch sollten sie erst ab 1000 n.Chr. werden. Ab 1200 wurde die Effektivität des Nachladens und die Verringerung der vorher sehr hohen Fehlerquote bei Armbrüsten schon recht gut … [weiterlesen]
Irrtum#207: Bevor die Kurbel als Lademechanismus für die Armbrust erfunden wurde, spannte man die Armbrust wie die Bogenschützen mit zwei Fingern.
Aktualisiert 21. Juli 2008
Tat man nicht. Der bedenkliche Nachteil des Spannens einer Armbrust mit zwei Fingern wäre der Verlust der betreffenden. Nicht der Armbrust, sondern der Finger. Allerdings hat das noch keiner in letzter Konsequenz ausprobiert, sondern alle haben vorher zu dem Eisenhaken gegriffen, der zum selbstverständlichen Zubehör des Instruments gehörte und dazu gedacht war, den Armbrustern ihre … [weiterlesen]
Irrtum#268: Die Armbrust ist eine Waffe, die vor allem aus unmittelbarer Entfernung Wirkung zeigt.
Aktualisiert 21. Juli 2008
Eine gute Armbrust konnte bis zu 40 Meter weit schiessen, und es ist absolut unvernünftig, zu vermuten, dass ein Armbrustbolzen nicht wehtut, nur, weil er schon 40 Meter Flug hinter sich hatte. Eine ansonsten durchaus ernst zu nehmende Quelle spricht im Gegensatz zu vielen anderen Quellen von 100 Metern Reichweite bei höchster Treffsicherheit, doch wäre … [weiterlesen]
Irrtum#61: Barbaren sind eine besondere Bevölkerungsgruppe.
Aktualisiert 21. Juli 2008
Sind sie nicht. “Barbar” war der Name der alten Römer für alle Leute, deren Sprache sie nicht verstanden. Übrigens heisst “Barbar” zu deutsch soviel wie “Blabla”, denn genauso klang die ausländische Sprache für Römer. Ein Rollenspielsystem, das Barbaren also immer als halbnackte Axtträger darstellt, hat also Unrecht. Wie auch immer, die Bezeichnung “Barbar” hat sich … [weiterlesen]
Irrtum#62: Nur (Rollenspiel-)Barbaren schwingen Knüppel.
Aktualisiert 21. Juli 2008
Bis tief ins Mittelalter hinein schwangen vor allem 
Soldaten Knüppel, und zwar in der Schlacht. Knüppel sind nämlich einfach und schnell herzustellen und kosten nicht so viel.
Irrtum#63: Knüppel sind aus Holz.
Aktualisiert 21. Juli 2008
Es kommen auch andere Materialien vor, so z.B. Stein (!) oder Knochen. Letzteres gibt es auch heute noch in pazifischen (nicht pazifistischen!) Gegenden. Natürlich war Holz das üblichste Material, aber nur recht hartes Holz eignete sich. Hier ritzten die Soldaten pro Schlacht oder pro erschlagenem Feind Kerben ein, was zu dem Ausdruck “Er hat viel … [weiterlesen]