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“Gewidmet dem Händler“

Was ist hierzu noch zu sagen? Eigentlich nix, außer, dass ein paar marginale Irrtümer aufzuklären sind und dass sich viele Sachen, mit denen Händler halt so ihren Handel treiben, in den Registern derer befinden, die diese Sachen benutzen. Der Anonyme Christ verzichtet an dieser Stelle darauf, nun hundert Links auf alle Register zu machen, nur weil die Kaufleute mal wieder überall ihre Finger drin haben.

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Irrtum#19: Der Vermerk “Made in Taiwan” ist eine Erscheinung der Neuzeit.
Aktualisiert 21. Juli 2008

Nun, “Made in Taiwan” stand wohl im Altertum nirgendwo drauf, jedoch stand auf vielen Dingen im neuen Reich das alten Ägyptens der Name des Pharaos. Auf Rüstungen - insbesondere im Mittelalter - waren regelmässig Embleme der Hersteller. Der Vermerk “Do not eat!” stand allerdings auf keiner Rüstung, sondern ist eine Erscheinung neuzeitlichen amerikanischen Rechts. Die … [weiterlesen]


Irrtum#113: Händler schicken entweder ihre Assistenten auf Handelsreise und bleiben selbst zu Hause oder umgekehrt.
Aktualisiert 21. Juli 2008

Assistenten? Nein. Im 14. bis 18. Jahrhundert war es die Regel, dass die Frau des Händlers alle Geschäfte führte, während er selbst auf Reisen war. Das entband sie natürlich nicht von den üblichen Pflichten, dem Haushalt und den Kindern und so. Man sieht: Nicht nur heute stehen hinter grossen Männern starke Frauen. Manchmal sogar sehr … [weiterlesen]


Irrtum#157: Gut gewürzte Speisen machten das Mittelalter erträglich.
Aktualisiert 21. Juli 2008

Äh, nein, nicht wirklich. Gewürze waren Sache der Reichsten der Reichen und wurden zunächst selbst von diesen nur sehr selten benutzt. Übrigens lagerte man im gesamten europäischen Raum nördlich der Alpen Gewürze oft nicht etwa in der Küche, sondern in der Schatzkammer (!), damit avancierten sie zu einem beliebten Tauschobjekt. Mit steigendem Lebensstandard, aber auch … [weiterlesen]


Irrtum#247: Die Arbeitszeit von Untergebenen wird an der Sonnenuhr gemessen, bis man irgendwann vor 200 Jahren die mechanische Uhr erfand.
Aktualisiert 21. Juli 2008

Pustekuchen, die erste mechanische, d.h. durch Gewichte betriebene Uhr mit Schlagwerk stand schon 1335 in Mailand. Allerdings erfand man den Minutenzeiger erst knapp 200 Jahre später.
Kommentar von Stormeye: Es gab auch schon sehr genaue, langlaufende Sand- und Wasseruhren (in Ägypten sogar welche, die einen ganzen Tag liefen). Antwort des Anonymen Christen: Richtig. Zu dem … [weiterlesen]


Irrtum#254: Der Händler zählt ihm Zehnersystem.
Aktualisiert 21. Juli 2008

500 Jahre nach Christus zählte man in Europa (im Gegensatz zu den ollen Ägyptern) noch nach dem Zwölfersystem (das dreckige Dutzend halt), bis ein paar postmoderne Araber anfingen, zu bemerken, dass es sich doch mit zehn Fingern am besten bis zehn zählen lässt statt bis zwölf. Ab 800 lehrten Mathematiker und Geistliche das Zehnersystem, vergassen … [weiterlesen]


Irrtum#476: Mittelalterliche Waagen sind ungenau.
Aktualisiert 21. Juli 2008

Schon gegen Ende des 8. Jahrhunderts konnten muslemische Münzer und Apotheker mit Waagen Gewichte messen, deren Genauigkeit bei einem Drittel mg lag. Plastisch vor Augen geführt bedeutet dass, dass man die exakte Menge von zum Beispiel einem Kilogramm Mehl (1,0000000 kg) irgendwo zwischen 0,9999997 und 1,0000003 genau festlegen konnte. Es sollte allerdings noch gute 300 … [weiterlesen]


Irrtum#488: Ein Bankensystem gab es im Mittelalter nicht.
Aktualisiert 21. Juli 2008

Nun ja, ein wirklich durchorganisiertes System von Zentralbanken, öffentlich-rechtlichen Kreditinstituten und Onlinebanken gab es nicht, aber immerhin existierten schon einige Parkbänke. Die reichen Kaufleute zur Zeit der freien Städte und der Hanse handelten aber nicht nur mit Waren, sondern eben auch mit Geld. Das Bank- und Kreditwesen war sogar recht gut organisiert, wenn es auch … [weiterlesen]


Irrtum#565: Eine geprüfte Waage lügt nicht.
Aktualisiert 21. Juli 2008

Kleiner mieser Trick für unehrliche Händler, der gut bei kleinen Gewichten wie Gewürzen etc. wirkt: Man befestige ein einfaches langes Haar an einer Waagschale. Schon kann man die Waage beeinflussen. Dass das auch klappt, beweist das Vermögen des Erfinders dieses Tricks, nämlich des Scharlatans Nino Percoraro, der zu Zeiten des grossen Houdini lebte.


Irrtum#578: Ausländische Sklavenhändler überfallen unschuldige Dörfer und versklaven deren Bewohner.
Aktualisiert 21. Juli 2008

Das ironische am Sklavenschicksal war, daß die meisten Sklaven nicht von Ausländern, sondern von den eigenen Leuten versklavt wurden. Einheimische Verbrecher überfielen Dörfer und fingen die Dorfbewohner ein. Dann nahmen sie den Leuten all ihre Habe (inklusive der Kleider, die sie gerade trugen) und verschleppten sie die frischgebackenen Sklaven an die Küste. Dort trafen sie … [weiterlesen]


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